MAMA SEIN · FUNKTIONSMODUS
Du sitzt endlich. Aber innerlich läufst du weiter.
Die Kinder sind beschäftigt. Die Küche kann warten. Eigentlich wäre gerade für einen Moment nichts zu tun.
Und trotzdem läuft es in deinem Kopf weiter: Wäsche. Einkauf. Eine Nachricht beantworten. Morgen vorbereiten. Noch schnell dies. Noch eben das.
Vielleicht kennst du sogar diesen Moment, in dem endlich niemand etwas von dir braucht – und du gar nicht mehr weißt, was du mit dieser Ruhe anfangen sollst.
Genau das meine ich, wenn ich vom Funktionsmodus als Mama spreche.
WENN FUNKTIONIEREN ZUM NORMALZUSTAND WIRD
Funktionsmodus heißt nicht, dass du deinen Alltag einfach gut im Griff hast.
Funktionieren kann sich von außen sogar ziemlich unspektakulär zeigen. Vielleicht läuft dein Alltag. Vielleicht bekommen die Kinder alles, was sie brauchen. Vielleicht bist du diejenige, die an Termine denkt, organisiert, auffängt und weitermacht.
- Du erledigst, organisierst und denkst ständig voraus.
- Du merkst oft erst spät, dass du müde, gereizt oder eigentlich längst über deiner Grenze bist.
- Freie Minuten werden fast automatisch wieder mit Aufgaben gefüllt.
- Wenn niemand etwas von dir braucht, läuft dein Kopf trotzdem weiter.
- Du fragst dich selten zuerst: Was brauche eigentlich ich gerade?
Das Schwierige daran: Wenn dieser Zustand lange zu deinem Alltag gehört, kann er sich irgendwann völlig normal anfühlen.
LIES DAS BITTE LANGSAM.
Du brauchst nicht noch mehr davon, was du alles besser machen solltest.
Du musst nicht noch geduldiger, organisierter oder belastbarer werden, bevor du dir selbst Raum geben darfst.
Manchmal darf die Frage einfach sein:
Wie geht es eigentlich mir?
WENN AUSRUHEN ALLEIN NICHT REICHT
Warum du selbst in der Pause manchmal nicht zur Ruhe kommst.
„Du musst einfach mehr Pausen machen“ klingt erst einmal logisch. Und natürlich können Pausen guttun.
Aber was, wenn du endlich sitzt und dein Körper trotzdem angespannt bleibt? Wenn dein Kopf sofort nach der nächsten Aufgabe sucht? Wenn Ruhe sich nicht automatisch nach Erholung anfühlt?
Dann geht es nicht unbedingt darum, dass du Pausen „falsch“ machst. Es kann vielmehr darum gehen, dass dein System sehr gut darin geworden ist, weiterzumachen.
Und genau deshalb reicht es manchmal nicht, dir einfach noch einen weiteren Punkt auf die To-do-Liste zu schreiben: mehr Selbstfürsorge.
DER TRAUMASENSIBLE BLICK
Vielleicht hat dein Funktionieren einmal sehr viel Sinn ergeben.
Ein traumasensibler Blick fragt nicht zuerst: Wie bekomme ich dieses Verhalten weg?
Er fragt eher: Was könnte dahinterliegen? Und warum hat es einmal Sinn ergeben, so zu reagieren?
Wenn du früh gelernt hast, viel wahrzunehmen, Verantwortung zu übernehmen, dich anzupassen oder zuverlässig zu funktionieren, verschwindet das nicht automatisch, nur weil dein Leben heute ein anderes ist.
Alte Erfahrungen können beeinflussen, wie schnell du heute Verantwortung übernimmst, wie schwer es dir fällt, Grenzen wahrzunehmen oder wie ungewohnt es sich anfühlt, etwas einfach liegen zu lassen.
Das bedeutet nicht, dass hinter jedem stressigen Mama-Moment ein Trauma steckt. Und traumasensibles Coaching ersetzt keine Traumatherapie. Es bedeutet für mich, dein heutiges Erleben nicht losgelöst davon zu betrachten, was dich geprägt hat.
Mehr darüber findest du auf meiner Seite Was bedeutet traumasensibles Coaching?
ES GEHT NICHT DARUM, ALLES ANDERS ZU MACHEN.
Raus aus dem Funktionsmodus beginnt oft viel früher.
Nicht erst dann, wenn du deinen gesamten Alltag umgebaut hast. Nicht erst, wenn plötzlich niemand mehr etwas von dir möchte.
Es kann damit beginnen, dich selbst früher wieder mitzubekommen.
- Früher zu merken: Das wird mir gerade zu viel.
- Wahrzunehmen, was dein Körper dir längst zeigt.
- Ein Nein nicht erst dann auszusprechen, wenn du schon explodierst.
- Aufzuhören, bevor wirklich alles erledigt ist.
- Unterstützung anzunehmen, ohne vorher beweisen zu müssen, dass du es allein könntest.
- Deine eigenen Gefühle nicht sofort wegzumachen oder zu bewerten.
Nicht perfekt. Nicht von heute auf morgen. Sondern Schritt für Schritt wieder mehr in Kontakt mit dir.
EINE KLEINE FRAGE FÜR DICH
Was passiert in dir, wenn du aufhörst, bevor wirklich alles erledigt ist?
Nicht, um sofort etwas daran zu verändern.
Vielleicht beobachtest du einfach einmal, was auftaucht.
WENN DU NICHT MEHR NUR FUNKTIONIEREN MÖCHTEST
Hier darf es einmal um dich gehen.
Im Mama Coaching schauen wir gemeinsam darauf, was dich im Alltag immer wieder über deine Grenzen bringt, was hinter deinen Reaktionen liegen kann und was du brauchst, um dich selbst darin wieder mehr zu spüren.
RAUMPOST
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